Dann eben NICHT

Seit einem knappen Jahr, vermeide ich fast alles rund um das Thema shoppen in der Bielefelder Innenstadt.
Zum einen finde ich sie unglaublich hässlich, dabei tun die derzeitigen Großbaustellen ihr weiteres und zum anderen, habe ich mich hier bereits zum Thema faire Kleidung geäußert.
Trotzdem kam ich gestern nicht drumrum: ich hatte noch ungefähr 2 Stunden bis zum Ladenschluss und war fest entschlossen einen neuen Blazer zu kaufen, der dringend benötigt wurde. Dabei hatte ich klare Vorstellungen. Einfarbig sollte er sein, möglichst in dunkelblau oder schwarz und er sollte nicht den Sparkassen-Beraterin-Eindruck vermitteln, sondern eher etwas lässiger aussehen. Na ja, und dann war da noch die Sache mit der Größe. Bei Frauen über 1,80m kann das mit den Ärmellängen schon manchmal schwierig werden.

So ging ich also in ein Fachgeschäft, das ausnahmsweise nicht im Umbau ist und war guter Hoffnung. Doch beim ersten groben scannen der vorhandenen Blazer, viel mir auf Anhieb nichts ins Auge, was meinen Vorstellungen entsprach. Also tat ich etwas, was ich sonst nie tue, ich bat eine Verkäuferin um Hilfe. Ich tue das sonst nie, weil ich beim Kleidungskauf meist recht genau weiß was ich möchte und selten irgendwelchen Trends hinterher laufe und einfach anziehe, was mir gefällt.
Der ersten Verkäuferin schilderte ich also meinen Wunsch. „Wir haben nur das Model da drüben“, antwortete sie direkt genervt. „Ich kann aber gleich nochmal weiter gucken. Jetzt muss ich erst zur Kasse.“ So stand ich dann da und ging zu dem Kleiderständer, zu dem sie mich verwies. Nach ungefähr 5 Minuten kam sie zurück und drapierte in aller Seelenruhe ihre Tshirts weiter, ohne mir weiter behilflich zu sein. Ich ging ein paar mal vor ihr auf und ab, fest davon überzeugt, sie würde sich an ihre Aussage vor ein paar Minuten erinnern.
Dem war nicht so. Ich hatte in dem Moment auch nicht das Bedürfnis ein zweites Mal um Beratung zu bitten.
Im ersten Obergeschoss versuchte ich dann noch einmal mein Glück, obwohl ich nach der ersten Aktion im Erdgeschoss, den Laden hätte verlassen sollen. Aber ich brauchte einen Blazer!

Auch oben ergab sich für mich ein ähnliches Szenario, sodass ich dann tatsächlich ohne Blazer den Laden verließ. Leider ergab auch die Suche in anderen Läden in der letzten halben Stunde vor Ladenschluss nichts, sodass ich auf etwas Vorhandenes in meinem Kleiderschrank zurückgreifen musste.

Eigentlich auch nicht so schlimm, denn Einzelhändler, die so ihre Kunden behandeln, haben es nicht verdient, dass es in der Kasse klingelt. Für mich ist es nach dem gestrigen Tag (und häufigen Erfahrungen in der Vergangenheit) kein Wunder, dass immer mehr online eingekauft wird. Selbst wenn man mal Beratung braucht, muss man sich fast dafür entschuldigen, einen Mitarbeiter angesprochen zu haben.
Ich werde meine Einkäufe in der Innenstadt weiterhin auf ein Minimum reduzieren und bei einem bestimmten Bedarf online einkaufen. Mir hats gestern gereicht.

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