Ein kleines bisschen grüner

Als ich mir vor gut einem Jahr die Ausstellung Fast Fashion in Hamburg angesehen habe, stand für mich bereits fest, dass ich mein eigenes Verhalten in Bezug auf Kleidung ändern möchte. Ich schrieb bereits darüber, dass ich in Zukunft hauptsächlich Kleidung kaufen möchte, die vor allem fair hergestellt wird. Mittlerweile kaufen ich – wenn ich tatsächlich etwas neues zum Anziehen benötige – fast nur noch fair hergstellte Kleidung oder Secondhand.

Doch das Thema Kleidung ist für mich erst der Anfang. Nach und nach habe ich im letzten Jahr meine Blogleseliste erweitert, indem Webseiten dazu gekommen sind, die sich mit Müllvermeidung im eigenen Haushalt beschäftigen. Shia von Wasteland Rebel hat bei mir dabei den Stein weiter ins Rollen gebracht. Sie hat sich einem Lebensstil zugewandt, bei dem sie komplett auf Plastikmüll verzichtet und nur noch verpackungsfrei einkauft. Selbst Kosmetikartikel macht sie selbst oder findet natürliche Alternativen.

Ich denke, dass sich mein Verhalten wahrscheinlich niemals in solch eine Richtung ändern wird, dass ich beispielswiese meine Haare mit Roggenmehl waschen werde. Doch es gibt ein paar Punkte, die mittlerweile aus meinem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, die es jedem einfach machen, zumindest ein bisschen mehr die Umwelt zu schonen.

  • In jedem Rucksack oder in jeder Handtasche habe ich einen (Leinen)Beutel dabei. So muss man bei spontanen Einkäufen nicht auf Tüten aus dem Einzelhandel zurück greifen.
  • Wenn wir nicht gerade sowieso loses Gemüse auf dem Markt kaufen, verzichten wir im Supermarkt darauf Tomaten, Bananen oder ähnliches noch einmal in eine dünne Plastiktüte zu verpacken, um dann darauf das Preisetikett zu kleben. Zeitnah möchte ich mir ein paar Obst- und Gemüsentze anschaffen, die als wiederverwendbare Alternative zu den dünnen Plastiktüten verwendet werden.
  • In Sachen Kosmetik bin ich auf selbstgenähte und waschbare Kosmetikpads umgestiegen. Zum Abschminken benutze ich nun runde Frotteezuschnitte, die mit der Overlock-Nähmaschine an der Kante versäubert wurden und einfach in der Waschmaschine landen, wenn sie schmutzig sind. Sie sind schnell hergestellt und man vermeidet Müll im Badezimmer.
  • Umverpackungen von Toilettenpapier werfe ich nicht mehr in den Plastikmüll wenn sie leer sind, sondern benutze sie als Müllbeutel im Bad oder in der Küche.
  • Unterwegs verzichte ich mittlerweile darauf, Wasser in PET-Flaschen oder Coffee to Go zu kaufen. Kaffee und Tee werden direkt im Café getrunken und Wasser habe ich meist in einer nachfüllbaren Flasche dabei.
  • Auch Zuhause verzichten wir seit vielen Jahren auf Wasser in PET-Flaschen und nutzen deshalb schon lange einen Soda Stream mit Glasflaschen. Das ganze spart Geld (eine Kohlensäure-Patrone hält bei einem 2-Personen-Haushalt ungefähr einen Monat), produziert keinen Müll und ist leicht zu reinigen.
  • Seit 2014 nutzen wir Carsharing. Ein eigenes Auto haben wir bisher nie besessen. Bis jetzt hat es meist auch spontan funktioniert, ein Auto zu buchen, sodass wir mithilfe der öffentlichen Verkehrsmittel und dem Carsharing, noch nie ein Problem hatten von A nach B zu kommen. Ich verstehe nicht, wieso Arbeitskollegen, die in einem großen Unternehmen arbeiten und in der gleichen Stadt wohnen, jeden verdammten Tag alleine in ihrem Auto zur Arbeit fahren. Darum mein Aufruf: bildet häufiger Fahrgemeinschaften, nutzt Carsharing oder öffentliche Verkehrsmittel und vermeidet damit den übermäßigen CO2-Kram!

Diese Dinge lassen mich bestimmt nicht zu einem besseren Menschen werden – geben mir aber zumindest das Gefühl, ein bisschen mehr auf die Umwelt Rücksicht zu nehmen. Auch wenn die Auswirkungen wahrscheinlich nur minimal sind.

 

10 Gedanken zu „Ein kleines bisschen grüner“

  1. Ach! Ich hab noch einen Artikel mit dem Titel „Weniger Plastik“ in den Drafts liegen. Viel mache ich da auch noch nicht. Aber der Wille ist da. Ich bin inzwischen zu Handseife am Stück, statt den Wegwerfplastikseifenspendern übergegangen. Für die Dusche werde ich das auch demnächst mal ausprobieren.

  2. Danke für den Artikel. Gibt mir den Anstoß, mal wieder über meinen Plastikverbrauch nachzudenken, der leider viel zu hoch ist.

    Mein Ansatz ist, wo es geht, die Sachen mehrfach zu verwenden. Bei uns in der Familien werden die großen Joghurtbecher (1000 g) immer wieder verwendet, etwa um Essen vom Vortag mit auf Arbeit zu nehmen. Oder ich bewahre darin gemahlene Nüsse, Kompott … auf. Sie sind schon seit einigen Jahren im Einsatz. Das Gleiche gilt für das Fensterputzmittel, Wasser und Essigessenz werden regelmäßig aufgefüllt. Die Einkaufstasche, stabile große Plastiktasche, war ein Werbegeschenk und ist jetzt auch seit über 11 Jahren immer dabei.

    1. Das Thema Plastikverbrauch gibt mir auch immer wieder sehr zu denken, sobald ich wieder einen vollen Eimer in die gelbe Tonne werfe. Ich möchte z.B. auf mein normales Duschgel nicht verzichten und finde es so schade, dass es nirgendwo Nachfüllstationen gibt, sodass man nicht jedes Mal eine leere Flasche wegwerfen muss. Hoffentlich ändern sich zeitnah in der Industrie einige Prozesse, um den ganzen Müll zu reduzieren. Bis dahin kann ja jeder selbst mal überlegen, was er oder sie Zuhause mülltechnisch optimieren kann.

  3. hey anne,
    bei ulbrich natur gibts übrigens ganz tolles shampoo am stück! es ist blumenförmig, mit einem loch in der mitte, sodass man das seifenstück an ein band hängen kann und es nach der dusche einfach aufhängen kann zum trocknen. als duschgel hab ichs auf reisen auch schon erfolgreich benutzt! und es riecht auch gar nicht öko;)

    lg

    jana

  4. Das klingt sehr umsichtig bei dir. Ich gebe mir auch schon sehr viel Mühe mit dem Vermeiden von Müll und bin immer wieder sehr happy wenn ich es geschafft habe das vermaledeite Plastik zu umgehen. So kaufe ich auch keine Katzenstreu im Plastiksack mehr, sonder versuche welches In Pappsäcken zu finden. Und auch für die Katzenfutterdosen habe ich jetzt einen tollen Verschlussdeckel geschenkt bekommen.
    Die Idee mit den Obst und Gemüsenetzen finde ich super. Aber dann muss man auch schon eins finden das sehr leicht ist. Sonst zahlst du das beim wiegen mit. Sowas kann mann doch auch bestimmt selber machen. Ich hol gleich mal die Häkelnadel raus 😉
    Aber am schlimmsten finde ich es immer wieder das ganz viel Bio Obst oder Gemüse noch mal extra in Plastik verpackt ist, im Gegensatz zu herkömmlichen Obst und Gemüse. das ist doch total paradox.

    Schau mal, http://www.besser-leben-ohne-plastik.de/der-blog/ das ist eigentlich auch ein sehr schöner Blog zu Thema. Vielleicht findet du hier auch noch ein paar Anregungen.

    LG, Katrin

    P.S.: Freu mich schon sehr auf Samstag.

    1. Ich glaube, dass so ein Obst- und Gemüsenetz kaum was wiegt und nicht unbedingt einen höheren Preis ausmacht. Vielleicht gucke ich auch mal nach einer Anleitung, um sie selber zu machen. Wenn man sie neu kauft, sind sie doch recht teuer.
      Den von dir empfohlenen Blog kennen ich schon und hat bereits einen festen Platz in meiner Leseliste.

  5. Das ist ein riesen Thema! Ich verstehe überhaupt nicht, wieso der Industrie nicht daran gelegen ist, Verpackungen einzusparen.

    Bei Kunststoffflaschen gibt es aber unterschiede: PET Flaschen werden ähnlich wie Glasflaschen wiederverwendet. Die sind auch meist stabiler. Was du meinst sind diese wabbeligen Plastikflaschen die im Pfandautomaten direkt geschreddert werden. Aber sei es drum – mit eurem Soda Stream seit ihr schon gut unterwegs!

  6. Plastikvermeidung ist bei mir auch schon seit einiger Zeit ein Thema, das mir sehr wichtig ist. Und ich bin immer wieder stolz, wenn ich einen neue Lösung gefunden habe um den ganzen Plastik-Schlamassel zu umgehen.
    So auch ich jetzt zum Beispiel immer drauf Katzenstreu in Pappsäcken zu kaufen.
    Aber schlimm finde ich auch, das Bio-Obst und Gemüse in den Supermärkten oft noch mal separat in Plastik verpackt sind. Das ist doch total paradox.
    Die Idee mit den Einkaufsnetzen finde ich super gut. Da werde ich gleich mal ein bisschen kreativ.

    LG, Katrin

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