Ein Zimmer für das BBW Bethel

Ein Zimmer für das Berufsbildungswerk Bethel ist im Rahmen des Projekts „Archetypen“ in der FH entstanden. Aufgabe war es, ein Bewohnerzimmer für junge Erwachsene zu entwerfen, die an Epilepsie erkrankt sind. Die Bewohner sollen sich in ihrem neuen Zimmer vor allem wohl fühlen und sich selbst mit dem Raum identifizieren können.

Auf dem ersten Bild seht ihr das Modell des Zimmers und die Materialcollage. Auf dem zweiten seht ihr die Pläne und auf dem dritten mein Skizzenbuch, eine Wandtsche, die Bestandteil des Entwufes ist und Collagen, die zu Beginn des Projekts entstanden sind.

Zur genaueren Beschreibung meines Entwurfes gibt es hier noch meinen Konzepttext:

Junge Menschen, die eine physische oder psychische Einschränkung haben und dazu das erste Mal eine lange Zeit vom gewohnten Umfeld getrennt sind, brauchen einen Rückzugsort, indem sie sich wohlfühlen und der ihnen eine Art zweites  zu Hause geben kann. Die neue Zonierung und die neue Materialwahl in den Bewohnerzimmern des Berufsbildungswerks Bethel, sollen dieses Gefühl unterstützen und den jungen Menschen ein Stück Sicherheit geben.

Zu Beginn meiner Arbeit habe ich das Zimmer in 4 verschiedene Zonen eingeteilt. Betritt man das Zimmer, befindet man sich in der „Ankommen Zone“. Hier bietet die Außenseite eines Schrankwinkels die Möglichkeit, seine Jacke aufzuhängen und seine Schuhe abzustellen. Zusätzlich gibt es in dieser Zone einen kleinen Tisch auf dem man wichtige Utensilien wie Portemonnaie, Schlüssel oder Handy ablegen kann, damit man sie am nächsten Morgen nicht suchen muss. Natürlich kann der Tisch auch für andere Dinge genutzt werden. Denn vielleicht möchte der ein oder andere Bewohner diesen Platz nutzen, um Fotos von Familie und Freunden aufzustellen oder man nutzt ihn, um an seinem Laptop im Stehen zu arbeiten.

Auf der linken Seite des Zimmers befindet sich die Zone für das Aufbewahren und Verstauen. Hier bietet der Schrankwinkel die Möglichkeit dafür. Von der Außenseite kann er als Garderobe und Pinnwand genutzt werden, da die großen Flächen mit dickem Wollfilz beklebt sind. Geht man um den Schrankwinkel herum, kann man dort seine Bekleidung, wie in einem begehbaren Kleiderschrank verstauen. Um weitern Kleinigkeiten, wie CDs, Make-up oder Stiften einen Platz zu geben, gibt es an der linken Wand im Zimmer textile Wandtaschen, die an elastischen Bändern angebracht sind. So können die Taschen beliebig hin und her geschoben werden. Die elastischen Bänder reichen bis in die Ecke des Schrankwinkels, sodass man auch Kleidung hinter die Bänder klemmen kann (wenn man mal keine Lust zum Aufräumen hat).

Vor dem Fenster an der linken Wand befindet sich die Zone des Arbeitens. Ein Schreibtisch mit Schubladen bietet hier genügend Platz, um für die Berufsschule zu lernen oder am Abend mit Freunden am Notebook zu chatten. Unmittelbar vor dem Fenster ist ein variables Raffrollo angebracht, sodass jeder Bewohner die Einsicht von außen selbst regulieren kann.

An der linken Wand des Zimmers hat die Zone des Entspannens und Schlafens ihren Platz bekommen. Das Bett erhält textile Elemente aus gestrickter Wolle, die für mehr Gemütlichkeit in diesem Bereich sorgen sollen. Am Fußende des Bettes befindet sich ein klappbarer Sichtschutz, sodass eine Person, die das Zimmer betritt, nicht sofort auf das Bett schauen kann. Möchte der Bewohner jedoch einen freien Blick auf die Tür haben, kann er den Sichtschutz an die Wand klappen und erhält ein dekoratives Wandelement. Am Kopfende befindet sich noch einmal eine Wandtasche aus Wolle, in der man sein Lieblingsbuch, Taschentücher oder einen Mp3-Player verstauen kann. Wenn einmal Besuch vorbei kommt, gibt es noch die Möglichkeit zwischen die textilen Elemente des Bettes Kissen zu legen, sodass das Bett zum Sofa umfunktioniert wird.

Die meisten der textilen Elemente des Zimmers sind so angelegt, dass sie in der Nähwerkstatt des BBW Bethel hergestellt werden könnten. So haben die Bewohner einen engeren Bezug zu den Einrichtungsgegenständen und können stolz darauf sein, mit wenigen Handgriffen etwas Eigenes hergestellt zu haben. Vor allem die Herstellung der Kissenhüllen oder der Wandtaschen ist leicht zu erlernen.

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