Haben Sie schon mal über Initiativbewerbungen nachgedacht?

Arbeitslos sein ist wirklich keine schöne Angelegenheit. Mittlerweile ist ein Monat ohne festen Job vergangen und ich hoffe sehr, dass ich bald eine positive Rückmeldung von potentiellen Arbeitgebern erhalten werde.

Arbeitslos sein ist wirklich keine schöne Angelegenheit. Mittlerweile ist ein Monat ohne festen Job vergangen und ich hoffe sehr, dass ich bald eine positive Rückmeldung von potentiellen Arbeitgebern erhalten werde.

Schon als ich 14 oder 15 Jahre alt war wusste ich, dass ich gerne Raumausstatterin werden möchte. Einrichten, Möbel, Stoffe, Farben – all das hat mir schon immer Spaß gemacht und auch heute setze ich mich fast täglich mit Trends aus dem Bereich Innenarchitektur und Raumgestaltung auseinander. Nach der handwerklichen Ausbildung folgte das Bachelorstudium der Innenarchitektur und bereits zu diesem Zeitpunkt hätte ich mich einfach schon mal auf dem aktuellen Arbeitsmarkt in diesem Bereich umsehen sollen. Tat ich aber nicht, weil ich mich voller Vorfreude ins Studium stürzte und froh war, mehr über Farben, Proportionen, Zeichnen und das Entwerfen zu lernen. Allen Leuten, die vorhaben dieses Fach zu studieren oder eine Ausbildung in diesem Bereich machen wollen, kann ich nur raten: schaut euch zuerst auf dem aktuellen Arbeitsmarkt um, durchforstet die Jobbörsen im Netz und informiert euch genau, was hinter eurem Wunschberufsbild steckt.

Jetzt stehe ich (leider) an einem Punkt in meinem Leben, den ich mir so nie gewünscht habe.

Aber der eigentliche Zweck, warum ich diesen Beitrag schreibe ist, dass ich verständnislos darüber bin, welche Erfahrungen ich mit der Arbeitsagentur gemacht habe.

Es begann schon in der 9. oder 10. Klasse, in der einige meiner Schulfreundinnen und ich die Einzel-Berufsberatung der Arbeitsagentur aufsuchten. Schon damals habe ich dort zu hören bekommen „Ach, schon wieder so eine, die was Kreatives machen will. So eine hatte ich doch eben schon!“. Das ganz gespickt mit einem sehr abwertenden Unterton, den ich nicht vergessen werde. Trotzdem ließ ich mich von diesem sogenannten Beratungsgespräch nicht entmutigen und suchte nach einem Ausbildungsplatz in meinem Wunschberuf.

Heute, einige Jahre später, werde ich in regelmäßigen Abständen zu Gesprächen eingeladen um „meine berufliche Situation“ mit meinem persönlichen Berater zu besprechen. Und jedes mal, wenn ich diesen großen grauen Klotz in der Innenstadt verlasse, frage ich mich, was dieses Gespräch denn nun mit Beratung zu tun haben soll:

  • Ich werde gefragt, ob ich schon mal etwas von Initiativbewerbungen gehört hätte.
  •  Mir wird vorgeschlagen, mich doch auch mal deutschlandweit nach einem Job umzusehen.
  • Ich erzähle von einem positiv verlaufenen Bewerbungsgespräch über das mein Berater bereits schriftlich informiert wurde. Zwei Minuten später wird auf das Stellenangebot in der Jobbörse aufmerksam gemacht, von dessen Bewerbungsgespräch ich zuvor sprach.
  • Man fragt mich nach meiner Emailadresse, obwohl ich schon mehrere(!) Male mit meinem sogenannten Berater in Emailkontakt war.
  • Man macht mich darauf aufmerksam, dass ein nicht vorhandener PKW bei der Jobsuche schon von Nachteil wäre.
  • Ich werde gefragt, ob ich denn auch regelmäßig in die Online-Jobbörse von der Arbeitsagentur schauen würde.

Bei mir bleibt bei dieser Art von Tipps nur noch Kopfschütteln übrig. Warum wird davon ausgegangen, dass jemand, der vom „Hochschulteam“ der Arbeitsagentur „beraten“ wird, all diese Dinge nicht weiß? Oder sind die Fragen und Feststellungen meines Beraters einfach nur Lückenfüller, weil er selbst keinen besseren Rat auf Lager hat? In meinen Augen sind solche Tipps für jemanden, der eine abgeschlossene Ausbildung und ein Studium nachweisen kann, nicht unbedingt nötig und sinnvoll.

Auf jeden Fall hat die Arbeitsagentur, infolge meiner bisherigen Erfahrungen, besser geschultes Personal verdammt nötig.

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